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Bilder: Nicole Trucksess


Für die Realisierung des Kochduells 2014 bedanken wir uns bei unseren Partnern:









Große Küchenkünstler

Wer ist der beste Koch im Städtevergleich? Das Location-Volksbank-Rhein-Ruhr-Kochduell brachte die Antwort: Essen siegt vor Mülheim, Oberhausen und Duisburg

Dieser freche Abwerbungsversuch war zugegeben das charmanteste und größte Lob, das man unseren Lesern beim Location-Volksbank-Rhein-Ruhr Kochduell machen konnte. Nelson Müller höchstselbst ergriff kurz vor der Siegerehrung das Wort: „Zunächst einmal bin ich echt überrascht. Das wirklich hohe Niveau des letzten Jahres wurde von Ihnen nochmals übertroffen. Dafür meinen großen Respekt. Mir hat es sogar so gut geschmeckt, dass ich jedem von Ihnen das Angebot machen möchte: Wer von Ihnen seine Kochkünste auch mal im Fernsehen unter Beweis stellen will, bekommt von mir einen Bewerbungsbogen für die Kochsendung Küchenschlacht.“
In der Tat war das Niveau unseres kulinarischen Städtevergleichs ausgesprochen bemerkenswert. Ob traditionelle Klassiker in ganz neuer Interpretation oder generationübergreifendes und gut gehütetes Familienrezept: Den Kochteams aus den vier Location-Städten wurde von Juroren und (naschenden) Zuschauern großes Lob ausgesprochen. Ausgestattet mit je einem 100-Euro-Einkaufsgutschein für das FrischeParadies Essen, deckten sich die Teilnehmer vor dem Wettstreit mit den notwendigen Zutaten ein, die am Abend in Nelson Müllers Kochschule ,Food & Flavour‘ zu einem Hauptgericht zubereitet und der fünfköpfigen Jury kredenzt wurden. Neben Müller bewerteten Volksbank-Vorstand Thomas Diederichs, Kabarettist René Steinberg, Theaterchef Christian Stratmann und Moderator Manni Breuckmann die Wettbewerbsbeiträge.
Allerdings fiel es den Juroren nicht leicht, ein einstimmiges Votum zu finden. Nach intensiver Beratung stellte sich ein Sieger heraus, den man im Vorfeld kaum auf dem Zettel gehabt haben dürfte: Die Location-Volksbank-Rhein-Ruhr-Kochmütze 2014 ging ans Team Essen mit Stefanie Spiekermann und Inka Olek, die mit ihrer ausgefallenen Variante des rheinischen Klassikers ,Himmel & Ähd‘ schon bei der Zubereitung erahnen ließen, dass man es an diesem delikaten Abend keinesfalls mit der traditionellen Variante zu tun bekommen sollte. „Wir wollten beim Kochduell unbedingt mitmachen, ohne dass wir überhaupt wussten, mit welchem Rezept“, erzählte Inka Olek. „Dann haben wir uns die Namen der Juroren durchgelesen und waren uns schnell einig, einen regionalen Klassiker zu kochen, den wir so interpretieren, wie es die Spitzengastronomie machen würde. Ein einfaches Gericht in exklusiver Form, bei dem man sieht und schmeckt, dass er ganz viele Kochtechniken vereint.“ Wie anspruchsvoll dieses Gericht umgesetzt wurde, würdigte auch Nelson Müller, der zunächst mal mit seinem Handy ein Foto der aufwendig angerichteten Portion machte: „Sehr viel Liebe, sehr viel handwerkliches Geschick und Feinarbeit. Sehr weiches Püree und crunchy Blutwurst-Chips und krosse Zwiebeln. Das ist es, was mir beim Essen Spaß macht. Da passiert im Mund sooo viel.“ Christian Stratmann, Prinzipal des Mondpalastes in Wanne Eickel schwärmte: „So hab ich das noch nie gegessen. Möchte ich aber gerne nochmal.“
Ärgster Rivale im Kampf um Platz eins waren Sandra Kocks und Hiltrud Stachelhaus im Team Mülheim, die mit ihrem Rinderfilet im Speckmantel an Kenia-Böhnchen und Rösti ebenfalls eine deftige Portion Lokalkolorit in unseren Küchenwettstreit brachten.
Nicht nur Moderator und Buchautor Manni Breuckmann war begeistert: „Danke für dieses leckere, regionale Gericht. So konnte ich auch endlich erfahren, dass die Kenia-Bohne aus Mülheim ihren Siegeszug um die Welt angetreten hat. Nur ein Kritikpunkt:

Da ich ein sehr erotisches Verhältnis zu Soßen habe: Davon gab‘s zu wenig.“ Für den Mülheimer Kabarettisten René Steinberg spielte der lokale Faktor eine ganz entscheidende Rolle: „Eine Mölmsche Weihnacht auf‘m Tisch. Da zieh ich durch, da wird der Teller ratzekahl leer gemacht, vor allem, wenn‘s so gut schmeckt. Mir ist jetzt danach, ein Weihnachtslied zu singen.“
Den wohl opulentesten Wettbewerbsbeitrag stellten Silke Jachinke und Dimitrios Kaltsidis, die im Team Oberhausen kochten: Die Variation von gebratener Seezunge und geräuchertem Heilbutt an Beluga-Linsenrisotto umgarnt von Zuckerschoten und Seealgen verlangte dem Paar schon einiges an Können ab. „Die größte Herausforderung ist“, klärte Silke Jachinke auf, „dass alles auf den Punkt genau fertig ist. Daran haben wir lange geübt.“ Mit einem bemerkenswerten Nebeneffekt. Partner Dimitrios Kaltsidis gab zu: „Eigentlich darf ich das als gebürtiger Grieche gar nicht sagen, aber ich mag überhaupt keinen Fisch. Doch unser Rezept schmeckt sogar mir.“ Ganz ähnlich ließen sich die Juroren überzeugen. Nelson Müller: „Besonders die Soße ist toll. Daran scheitern viele. Auch die Verarbeitung gefällt. Die Zuckerschoten sind knackig. Das Risotto ist schlotzig, die Seezunge ist ideal gegart. Respekt.“ Dem stimmte auch Thomas Diederichs, Vorstand der Volksbank Rhein-Ruhr zu: „Alle einzelnen Komponenten sind sehr lecker. Nur ein Kritikpunkt: Für mich war es insgesamt zu viel, dadurch verliert die Gesamtkomposition etwas von ihrer kulinarischen Erotik.“ Zumindest letzterem Punkt wollte Kabarettist René Steinberg nicht ohne Weiteres zustimmen. Mit einer humorvollen Reiner Calmund-Parodie stellte er fest: „ Et kann gar nit genog auf‘m Teller sin.“
Dass es neben dem guten Rezept und den individuellen Kochkünsten auch auf ein reibungslos eingespieltes Team ankommt, bewiesen Karl-Martin Faeser und Bernd Stephan, die im Team Duisburg auf die Kochmützenjagd gingen. Da saß jeder Handgriff, beide wussten exakt, was wer zu welchem Zeitpunkt der Zubereitung zu machen hatte. Viel Zeit, sich aufeinander ,einzuspielen‘ hatten die beiden Duisburger: Vor 21 Jahren – im gemeinsamen Geburtsvorbereitungskurs – lernten sie sich kennen und schnell wurden nicht nur Windeln, sondern auch ungewöhnliche Rezeptideen getauscht. Ob in gemeinsamen Urlauben oder daheim für die Lieben: Faeser und Stephan fühlen sich in der Küche zusammen richtig wohl, was auch an der Umsetzung ihres ehrgeizigen Silvestermenüs bewiesen wurde. Seinerzeit bekochten sie Familie und Freunde mit jeweils einem typischen Gericht zu jeder vollen Stunde, abgestimmt auf das Land, in dem gerade der Jahreswechsel gefeiert wurde.
Wer so einen stressigen Küchenabend übersteht, für den ist das Location-Volksbank-Rhein-Ruhr-Kochduell eher eine entspannende Veranstaltung. Doch manchmal steckt auch bei so leidenschaftlichen Hobbyköchen der Teufel im Detail – vielmehr im Fleisch. Die Jury, die durchweg den optischen Eindruck des Wildschweinrückenbratens mit Rotwein-Schoko-Chili-Sauce an Sahnespitzkohl-Gemüse und Kartoffel-Süßkartoffel-Rösti in höchsten Tönen lobte, hatte  am Fleisch etwas zu viel zu kauen. Nelson Müller hatte einen Tipp: „Ich glaube, der Schweinerücken war noch nicht ausreichend abgehangen. Wenn das Fleisch noch zu frisch ist, sollte man es ,sous-vide‘, also im Beutel garen. So bekommt es eine bessere Reife und wird ein wenig weicher. Dennoch toll gemacht und vielen Dank für diese reife Leistung.“  malo

So kochten sie:

Platz 1: Team Essen mit Stefanie Spiekermann und Inka Olek
‚Himmel & Ähd mit Blotwohscht & Musik.‘

Platz 2: Team Mülheim mit Sandra Kocks und Hiltrud Stachelhaus
‚Rinderfilet im Speckmantel mit Kenia-Böhnchen und  Rösti‘

Platz 3: Team Oberhausen mit Silke Jachinke und Dimitrios Kaltsidis
,Variation von gebratener Seezunge und geräuchertem Heilbutt an Beluga-Linsenrisotto umgarnt von Zuckerschoten und Seealgen‘

Platz 4: Team Duisburg mit Karl-Martin Faeser und Bernd Stephan
,Wildschweinrückenbraten mit Rotwein-Schoko-Chili-Sauce an Sahnespitzkohl-Gemüse und Kartoffel-Süßkartoffel-Rösti‘