Unter dem Titel ,Urban Cocooning‘ produziert die Mülheimerin Nadja Kiess hochwertige und nachhaltige Strick-, Leder- und Jeansteile. Bilder: Kai Weissenfels


Edle Mode

Ökologisch nachhaltige Mode war bis vor kurzem nicht gerade der Liebling auf dem Laufsteg. Die Mülheimer Designerin Nadja Kiess sorgt mit ihrer nachhaltigen Kollektion ,Urban Cocooning‘ für Aufsehen in der Modebranche

Ökomode, nein danke! Dieser Slogan gehört nun der Vergangenheit an, denn die 22-jährige Mülheimerin Nadja Kiess (Bild unten) mischt seit rund einem Jahr die Modebranche mit ihren ausgefallenen Kollektionsteilen unter dem Titel ,Urban Cocooning‘ auf. Nachhaltigkeit und eine hochwertige Qualität sind für die junge Designerin ein unbedingtes Muss. „Ich mache ja keine Öko-Kleidung, sondern kreiere hochwertige coole und lässige Teile und darin kann frau ganz toll aussehen“, fasst Kiess ihre aktuelle Kollektion zusammmen. Die Idee dazu entstand bei der Vorbereitung zur Abschlussarbeit für die ,Akademie für Mode und Design‘ in Düsseldorf für ihren ,Bachelor of Arts‘. „Ich möchte, dass sich die Frauen in der stressigen Welt wohlfühlen, wie in einem Cocoon, und so hat sich ,Urban Cocooning‘ im Laufe des letzten Jahres stets weiterentwickelt.“ Statt Ware von der Stange entwirft die 22-Jährige Teile aus nachhaltigen Materialien. Die Strickwaren bestehen aus reiner Wolle, Alpaka und Merino, die nicht nur weich, sondern auch warm und angenehm zu tragen sind. Die Jeansteile im traditionellen Blau sind reine Bio-Ware, teils neu, teils recycelt, und fühlen sich auch in der Hand sehr fluffig an. Das Leder bezieht Kiess als ,Restposten‘ von bekannten Designern, die in der Regel ihre eigenen Tiere und somit eine eigene Lederproduktion haben. „Ich habe mich bewusst für die ,Resteverwertung‘

entschieden. Das Leder stammt nicht aus einer Zucht und die Tiere müssen nicht extra für die Produktion getötet werden.“ Aufgrund dieser individuellen Materialbeschaffung kann die Mülheimerin keine Massenware produzieren, sondern kreiert ausgefallene Unikate, die sie im Februar auch erstmals auf der ,Platform Fashion Selected Show‘ vor einem großen Publikum  im Areal Böhler in Düsseldorf präsentierte. Und so zeigte ,Greenhorn‘ Kiess, in Kooperation mit drei weiteren Jung-Designerinnen, bei zwei Shows ihre  individuelle Kollektion. „Bei diesem Event gab es sowohl  für das Fachpublikum als auch für junge Leute nach der Show direkt die Möglichkeit, sich die Teile vor Ort anzuschauen und mit mir in Kontakt zu treten.“ Nach der gelungenen Premiere ist die Geschäftsfrau nun dabei, im April einen eigenen Showroom im Gewerbegebiet am Wiehagen zu eröffnen. Zudem plant sie einen Online-Shop, um ihre Mode auch im Internet zu präsentieren. Zeitgleich ist Kiess jedoch auf der Suche nach einer geeigneten Produktionsstätte. Bisher hat sie einige Teile selbst gefertigt, doch mit zunehmenden Bekanntheitsgrad lässt sich diese Arbeit nicht mehr alleine verrichten. „Ich arbeite natürlich auch daran, in den Modeläden präsent zu sein.“Da die 22-Jährige sehr zielstrebig ist, wird ihr dieser Coup sicherlich gelingen. 

                                                  Andrea Becker